Nonne = Nebel + Sonne

10.12.2013 Tongariro Alpin Crossing (Überquerung von 2 Vulkanen, Gesamtstecke 19,4 km)

Tongariro Alpine Crossing

….heute klingelte zum ersten Mal in unserem Urlaub der Wecker bereits um 6 Uhr. Zur unchristlichen Zeit frühstückten wir. Mit der Geschirrklimperei machten wir sicherlich unsere Nachbarn wach.  Wir schnürten unsere Rucksäcke, warfen unsere Wanderkluft an und dann gings Richtung Vulkan. Heute hatten die neuen Wanderschuhe ihre erste Chance sich zu bewähren und ihnen standen direkt größere Aufgaben bevor. Wir stellten unser Mobil am Ankunftsort ab und wurden von einem greisen Fahrer, dessen Bus genau so alt war wie er, zum Startpunkt unserer Wanderung geschaukelt.

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Da wir die einzigen Fahrgäste waren, stoppte er auf halber Strecke am Straßenrand und wir wurden zur Befüllung in einen Shuttlebus eines anderen Unternehmens verfrachtet. Auf der Fahrt zum Startpunkt stellte sich schon leichter Sprühregen ein, was uns leicht verstimmte. Es gab jedoch kein zurück und wir setzten uns, mit den ca. 40 anderen Wanderern, in Bewegung. Wolkenverhangen standen die Objekte der Begierde vor uns und zeigten sich nicht. Bergaufwärts begleitete uns dichter Nebel und wie unsere Schweizer Mitwanderer zu sagen pflegten „Wir haben zwar den Berg bestiegen, aber nicht gesehen“.

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Während des anstrengenden Aufstieges passierten wir sicherlich wunderschöne Panoramen, aber die Wolken wollten sich einfach nicht verziehen.

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Bei 1800m angekommen, beschlossen wir Rast zu machen. Die selbe Idee hatten allerdings ca. 200 weitere Wanderer am höchsten Punkt der Besteigung.

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Wir trafen auf ein Gemurmel sämtlicher Sprachen und diese internationale Gemeinschaft hoffte wohl gemeinsam auf klare Sicht. Und Simsalabim, die Wolken waren weg. Vor uns tat sich ein gigantischer roter Vulkankrater auf und Nico trat mit seiner Höhenangst gleich ein Schritt zurück.

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Die Horde der Wanderer bewegte sich wie eine Ameisenstraße über den Vulkan und abwärts zu den türkisblauen Emerald-Lakes und zeitweise fragten wir uns, wie die asiatischen Dauerknippser, mit ihren Ballarina-Schühchen die restlichen 11 km bewältigen wollten. Aber die Chinesen sind ja zäh…..:-)

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Bei der Durchwanderung einer riesigen Ebene wurde uns bewusst, wie winzig wir doch eigentlich sind. Braucht die Natur nur mal am Knopf zu drehen und schon überrollt uns ein Lavastrom oder es verdunstet uns eine heiße Aschewolke.

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Dies wurde uns auch noch beim Anblick des Mt. Ngauruhoe bewusst, der ordentlich eingeheizt war und kontinuierlich dicken Rauch ausspieh. Frank hätte zu gern eine Eruption gesehen, doch die  einzige Eruption die er hörte, war die aus Nicos Hintern, der vor ihm lief :-).

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Stetige Schilder wiesen uns darauf hin, sich nicht lange in der Zone aufzuhalten, da ein unerwarteter Ausbruch, Nicos Ausbrüche übertönen könnte.

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Die neuen Bergschuhe taten bergauf ihr Bestes. Bergab taten die Füße in Schuhen, egal welchen Herstellers, einfach nur noch weh. Die besten Bergschuhe sind eben einfach nur die, die nach so einem Marsch nicht mehr auf den Füßen stecken. Der Abstieg wollte nicht enden, vorbei an Bächen mit schwarz-schwefeligen ungeniessbarem Wasser,  vielen rauchenden Erdlöchern, Berghängen mit wildbunten Gäsern und Büschen und durch einen provisorischen Weg, der durch Busch und Fluß ging.

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Glücklich erblickten wir dann doch noch unser Wohnmobil, was nicht aufgebrochen wurde. Auf der Rückfahrt taten wir noch etwas für die Deutsch-Israelische Freundschaft und nahmen ein israelisches Pärchen bis zu ihrem Auto mit. Unsere Belohnung war, dass sich der scheue Mt. Ruapehu mit seiner weisen Spitze doch noch zeigte. Mit diesem ehrwürdigen Anblick fuhren wir in unser Camp.

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Angekommen reichte ein Bier und um 20 Uhr wurden die Vorhänge geschlossen. Heute sind wir mal richtig breit, aber glücklich.

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